Historiker Rödder warnt CDU vor Instrumentalisierung des „C“

Nachdem der Mainzer Historiker Andreas Rödder eine Streichung des Buchstaben "C" im Kürzel CDU (Christlich Demokratische Union Deutschlands) ins Spiel gebracht hat, warnt er nun vor einer Instrumentalisierung des Buchstabens.

Kein Flügel der Partei könnte für sich Ansprüche daraus ableiten, sagte er dem „Spiegel“ dazu. „Das „C“ ist keine eindeutige inhaltliche Konstante. Es steht nicht für Seenotrettung im Mittelmeer oder möglichst umfangreiche Sozialpolitik, vielmehr fordert es die Union zu immer neuen politischen Abwägungsleistungen heraus“, sagte Rödder dem „Spiegel“.

Die Frage, wie man Eigenverantwortung und Sozialstaat ausbalanciere, bringe unterschiedlich ausgerichtete Politiker wie Karl-Josef Laumann und Friedrich Merz in eine Partei. Das „C“ sei kein „einfaches Schwarz oder Weiß“. Rödder beklagte überdies, falsch verstanden worden zu sein. „Was ich in meiner Analyse geschrieben habe, ist in den letzten Tagen derart missverstanden worden, dass man schon den Eindruck gewinnen konnte, manche wollten mich missverstehen.“ Er hob hervor, nicht die Abschaffung des „C“ gefordert, sondern nur angeregt zu haben, darüber nachzudenken, wie zeitgemäß es noch ist. Rödder, der die Fachkommission „Wertefundament und Grundlagen der CDU“ für das neue Grundsatzprogramm der Partei leitet, hatte eine Debatte über das „C“ ausgelöst. In einer Analyse für das Konrad-Adenauer-Haus stellte er infrage, dass der Buchstabe im Parteikürzel noch zeitgemäß sei.

Mehrere Unionspolitiker äußerten sich ablehnend dazu.



Das könnte Ihnen auch gefallen:

Werbung