Grüne Gesundheitsministerinnen distanzieren sich von Homöopathie

Ein überwunden geglaubter Konflikt um die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen holt die Grünen wieder ein: Nachdem Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha sich für Homöopathie als Weiterbildungsmöglichkeit für Ärzte ausgesprochen hat, distanzieren sich andere grüne Gesundheitsministerinnen davon.

In Berlin, Brandenburg und vielen anderen Bundesländern hatten die Landesärztekammern die alternative Heilmethode bereits aus dem Weiterbildungskatalog gestrichen. Dass Berlin die Homöopathie aus der Weiterbildung Ärzte herausgenommen habe, sei eine richtige Entscheidung gewesen, sagte die Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote dem „Spiegel“.

„Basis für die Gesundheitsversorgung ist die Wissenschaft. Und Homöopathie ist nachweislich nicht wissenschaftlich.“ Die Grünen hätten deshalb auf ihrem Parteitag 2020 beschlossen, dass „Leistungen nur dann von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden sollen, wenn sie medizinisch sinnvoll sind und ihre Wirksamkeit wissenschaftlich erwiesen ist“. Ein Sprecher von Brandenburgs grüner Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher bestätigte, dass auch Brandenburg die Homöopathie aus der Weiterbildungsordnung herausgenommen habe.

Dagegen bekräftigte Lena Schwelling, Vorsitzende der baden-württembergischen Grünen, ihre Forderung nach dem Erhalt von Homöopathie im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen. „Ob die Menschen ihre Erkältung mit Salbeitee, Globuli oder Aspirin auskurieren wollen, das geht die Politik nichts an, das kann und soll jede und jeder selbst entscheiden“, sagt sie.



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