Entwicklungsminister richtet Impfstoff-Appell an Konzerne

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat weltweit operierende Konzerne aufgerufen, Länder der Dritten Welt bei der Beschaffung von mehr Corona-Impfstoffen zu unterstützen.

„Mein Appell richtet sich insbesondere an die Coronakrisengewinner wie Amazon, Facebook, Google: engagiert Euch für mehr Impfstoff für die Ärmsten“, sagte Müller der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Die Pandemie treffe die Ärmsten der Armen am härtesten.

Dagegen bleibe die weltweite Krisenreaktion noch weit hinter dem Notwendigen zurück. „Es geht – beispielsweise in der Sahelzone – um die Gefahr, dass wegen der Coronakrise staatliche Strukturen zusammenbrechen. Das kann zu unkontrollierten Flüchtlingsbewegungen führen“, warnte der CSU-Politiker. Während sich 14 Prozent der Weltbevölkerung 50 Prozent der bestellbaren Impfstoffdosen gesichert hätten, könnten die Entwicklungs- und Schwellenländer bis Ende des Jahres im Idealfall nur 20 Prozent ihrer Bevölkerung ein Impfangebot machen. Mehr für den Schutz der Menschen in der Dritten Welt zu tun, sei im eigenen Interesse der Europäer. „Wir werden die Pandemie nur weltweit besiegen können oder gar nicht. Sonst kommt das Virus im nächsten Flieger zurück“, so Müller.





Werbung