Einheitskommission: ÖRR muss Sichtbarkeit Ostdeutschlands erhöhen

Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission "30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit" hat die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Medienanstalten aufgefordert, die Sichtbarkeit Ostdeutschlands zu erhöhen.

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Das geht aus dem Abschlussbericht der Einheitskommission hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Der ÖRR müsse die Berichterstattung aus den neuen Ländern in ihren vielschichtigen Programmen „besser sichtbar werden lassen“, heißt es darin.

Zudem sollten sich die Rundfunk- und Medienanstalten dazu verpflichten, innerhalb der kommenden Jahre „eine deutlich höhere Zahl von Führungskräften mit ostdeutscher Biografie heranzuziehen“. Das müsse solange geschehen, „bis ihr Anteil dem Bevölkerungsanteil der Ostdeutschen in der Bundesrepublik entspricht“, heißt es in dem Papier. Im Kern enthält der Bericht der Regierungskommission Handlungsempfehlungen zur weiteren Gestaltung des Einheitsprozesses sowie zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. So schlägt die Kommission unter anderem die Einrichtung eines „Zukunftszentrums für europäische Transformation und Deutsche Einheit“ vor. Dieses soll ein „Knotenpunkt für die Debatte über den richtigen Weg unserer Gesellschaft in die Zukunft“ sein, sagte der Kommissionsvorsitzende Matthias Platzeck. Die Kommission plädiert auch dafür, SED-Unrecht nicht zu vergessen und Opfer und Verfolgte der SED-Diktatur besser zu würdigen – mit finanziellen Zuwendungen, psychologischer Betreuung, Anerkennung von Gesundheitsschäden und mit öffentlicher Wertschätzung. Zudem empfiehlt das Gremium die Stärkung strukturschwacher Regionen, um das politische Ziel „gleichwertiger Lebensverhältnisse“ in ganz Deutschland zu erreichen.





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