Bundesregierung fördert Genomsequenzierungen von Coronaviren

Um einen besseren Überblick über die in Deutschland zirkulierenden Varianten des Coronavirus zu bekommen, will die Bundesregierung die bundesweite Genomsequenzierung der Viren fördern. Auch das Saarland unterstützt ein Forschungsprojekt der Uni Homburg finanziell.

Eine entsprechende Coronavirus-Surveillanceverordnung des Bundesgesundheitsministeriums tritt am Dienstag in Kraft. Ziel ist es, die Anzahl der Genomsequenzierungen von Coronaviren in Deutschland sowie das Spektrum der beteiligten Akteure weiter zu erhöhen.

Zudem sollen sämtliche in Deutschland gewonnenen Sequenzdaten an einer zentralen Stelle gesammelt und ausgewertet werden. „Schon jetzt gibt es ein Netzwerk an Laboren, das Mutationen des Coronavirus analysiert. Aber das reicht in der aktuellen Lage nicht, um ein genaues Lagebild zu erhalten“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag. Man wolle noch besser nachvollziehen können, wo sich bekannte Mutationen verbreiten und ob es neue Mutationen gebe.

„Dafür fördern wir die Laboranalyse finanziell, vernetzen die Akteure und führen die Ergebnisse beim RKI zusammen“, so Spahn.

Werbung

Auch das Saarland fördert Forschungsprojekt

Die Staatskanzlei des Saarlandes gab am Sonntag bekannt, das Forschungsprojekt zur Untersuchung von Mutationen des SARS-CoV-2-Virus sowie dessen Monitoring finanziell zu unterstützen.

Um einen genauen Überblick zu erhalten, welche Varianten des SARS-CoV-2-Virus im Saarland auftreten und wie deren spezifisches Verhalten aussieht, soll nunmehr im Forschungsprojekt „SaarCoSeq“ untersucht werden. Als Grundlage dienen hierbei SARS-CoV-2-positive Proben, die das Institut für Virologie am Uniklinikum Homburg in den vergangenen Monaten aus dem gesamten Saarland gesammelt hat, sowie positive Proben aus den Landkreisen und dem Regionalverband, die bis ins Frühjahr hinein hinzukommen werden.

Hierzu Frau Professorin Sigrun Smola, Direktorin des Instituts für Virologie Universität des Saarlandes/Uniklinikum Homburg: „Aus den von uns bislang mehr als 100.000 PCR-getesteten Abstrichproben konnten wir eine Biobank mit über 5.800 SARS-CoV-2-positiven Restproben anlegen. Wir freuen uns über die Bewilligung des Projekts, das uns nun erlauben wird, in deutlich mehr Proben nach den neuen Varianten zu fahnden. Damit können wir feststellen, ob diese bereits im Saarland angekommen sind“.

Über das Saarland hinausgehend findet hierbei auch ein Vergleich mit Daten aus der Großregion statt. Ziele sind hier, die Unterschiede der Verbreitung und Ausbreitung zu erfassen, die möglichen Ursprünge aus verschiedenen Regionen Europas und der Welt genauer nachzuvollziehen und zu monitoren, wie stark die beiden „Kernvarianten“ sich verändern und ob sie eventuell durchsetzungsstärker werden.

Einige Varianten scheinen eine deutlich größere Ansteckungsfähigkeit zu besitzen, was eine Beschleunigung der Pandemie mit sich bringen könnte. „Wir untersuchen bereits seit Mai 2020 mit modernsten Methoden, welche Virus-Varianten im Saarland zu finden sind. Bislang konnten wir mit Mitteln der Universität 200 Proben analysieren, in denen wir die viel diskutierten neuen Varianten (noch) nicht entdecken konnten. Die Zahl untersuchter Proben ist jedoch für eine belastbare Aussage noch zu klein. Wir werden unsere Arbeiten daher deutlich ausweiten. Die jetzt bewilligten Gelder des Landes bieten uns hier eine erste Unterstützung“, so Professor Jörn Walter vom Lehrstuhl für Genetik der Universität des Saarlandes.

Die Staatskanzlei unterstützt das von Frau Professorin Smola und Herrn Professor Walter durchgeführte Vorhaben mit einer Förderung in Höhe von rund 80.000 Euro.

Ministerpräsident Tobias Hans: „Das Untersuchen und Überwachen, ob auch im Saarland Varianten des SARS-CoV-2-Virus auftreten, die eine höhere Ansteckungsfähigkeit besitzen, ist ein wichtiger Schritt, um schnell auf veränderte Bedingungen reagieren und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Ich bin froh, dass wir bei unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern das dafür erforderliche Knowhow haben und die gute Vernetzung und Zusammenarbeit der Wissenschaftler in der Großregion auch einen Datenabgleich mit unseren direkten Nachbarn ermöglicht“.



Das könnte Ihnen auch gefallen:

Werbung