Bund will mehr Unterstützung für Lehrer im Kampf gegen Extremismus

Als Konsequenz aus der Ermordung eines französischen Lehrers, der sich in seinem Unterricht mit Mohamed-Karikaturen auseinandergesetzt hat, wollen die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz, und Bildungsministerin Anja Karliczek (beide CDU) Lehrern im Kampf gegen Extremismus an Schulen mehr Hilfe anbieten.

„Wir müssen Lehrerinnen und Lehrern, die in unseren Schulen tagtäglich für unsere Werte einstehen den Rücken stärken – gerade wenn sie Haltung beziehen“, sagte Widmann-Mauz dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgaben). Dafür haben die beiden CDU-Politikerinnen am Donnerstag zu einem Expertengespräch eingeladen.

Mit Vertretern von Bund und Ländern, aus der Wissenschaft, von Stiftungen und Migrantenorganisationen, wollen sie über die Herausforderungen sprechen, vor denen Lehrkräfte stehen, wenn sie kontroverse, kulturell oder religiös sensible Themen im Unterricht behandeln. Schulen müssten ein geschützter Raum sein, in dem offen und respektvoll darüber diskutiert werde, was die Werte unseres Grundgesetztes im Alltag bedeuten, so die Staatsministerin, von der die Initiative für das Gespräch ausging. Widmann-Mauz forderte „konkrete Unterstützungsangebote für Lehrkräfte“, wenn auf diese Druck ausgeübt werde. „Dazu können etwa Spezialisten an Schulen gehören, die bei Problemen mit Extremismus weiterhelfen.“

Karliczek verwies darauf, dass sich Berichte mehrten, wonach „von außen aus Gründen unterschiedlicher Weltanschauungen oder religiöser Einstellungen“ versucht werde, die Behandlung bestimmter Themen im Unterricht zu verhindern. „Unsere Lehrerinnen und Lehrer leisten auch in der Vermittlung der Werte in unserer Gesellschaft einen unschätzbaren Dienst“, so die Bildungsministerin. „Wir müssen uns auch gerade dann vor sie stellen, wenn sie in diesem Zusammenhang unter Druck gesetzt werden.“ Bei dem Expertengespräch am Donnerstag sollen Unterstützungsmöglichkeiten für Lehrer diskutiert werden.

Bereits am Montag hatten sich die EU-Bildungsminister darauf verständigt, die Vermittlung des Wertefundaments der EU auch an den Schulen weiter voranzutreiben. „Wir stellen uns geschlossen gegen jede Form von religiösem Fanatismus“, sagte die Ministerin.





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