Bericht: Bund will ganz Spanien als Risikogebiet einstufen

Mitten in der Urlaubssaison will die Bundesregierung wohl ganz Spanien als "Risikogebiet" und Zypern sogar als "Hochinzidenzgebiet" einstufen.

Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) unter Berufung auf Regierungskreise. Für Zypern würde die Verschärfung bedeuten, dass Touristen nach einer Rückkehr in eine zehntägige Quarantäne gehen müssen, die sie erst nach fünf Tagen mit einem negativen Corona-Test vorzeitig beenden können.

Bisher führte die Bundesregierung in Spanien nur einzelne Städte und Regionen als Risikogebiete an, darunter Andalusien und das Baskenland. In Irland werden die Regionen Midlands und Midwest neu als Risikogebiete ausgewiesen. Die vom Gesundheitsministerium vorgeschlagenen Verschärfungen sollen am Freitag offiziell bekannt gegeben werden.

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Folgen für Spanienurlauber

Für Spanien hätte die vollständige Hochstufung ebenfalls Auswirkungen. Derzeit gilt unter anderem das Baskenland, Andalusien und Katalonien als Risikogebiet. Dies bringt grundsätzlich für Reiserückkehrer eine Quarantänepflicht mit sich. Diese kann vermieden werden, wenn bei Rückkehr die digitale Reiseanmeldung ausgefüllt wird sowie der Nachweis eines negativen Coronatests, einer Geneßung oder einer vollständigen Impfung (+14 Tage) vorgelegt werden kann.

Durch die Hochstufung würden vermutlich auch das beliebte Urlaubsdomizil Mallorca sowie die Kanarische Inseln mit gleichen Bedingungen betroffen sein. Erst bei Einstufung zum „Hochinzidenzgebiet“ hätte es erste gravierendere Folgen für Urlauber. Denn dann könnten sich nicht geimpfte Personen erst ab dem 5. Tag mit einem negativen PCR- oder Antigentest die Quarantäne beenden. Für Geimpfte und Genesene wäre keine Quarantänepflicht notwendig.

Maas hält Lage für „nicht besorgniserregend“

Noch vor wenigen Tagen äußerte sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) zurückhaltend zum Thema Spanien. „Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können“, sagte Maas am Montag bei einem Besuch in der Hauptstadt Madrid. Es bestehe Grund zur Vorsicht.

Maas gehe aber derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe.

Aktuelle Lage in Spanien

Die Infektionszahlen in Spanien steigen derzeit massiv. Am 8.6.2021 lag die Inzidenz für Gesamtspanien bei 61,9. Am 8.7. bei 189,1. „Die heutigen Zahlen sind überhaupt nicht gut“, sagte der Chef-Epidemiologe des Gesundheitsministeriums, Fernando Simon, am Montagabend. Die Zahlen in den unterschiedlichen Altersgruppen variierten stark, „unter den Jüngsten haben wir eine Inzidenz von fast 600“, sagte Simon.

Als Maßnahme zur Eindämmung hat beispielsweise die Region Katalonien alle „Innenbereiche nächtlicher Vergnügungslokale“ geschlossen. Der R-Wert in Katalonien liegt derzeit bei rund 3,4 . Das bedeutet, dass 100 Personen 340 weitere infizieren. Das Durchschnittsalter der Neuinfizierten liegt bei 26,5 Jahren, die Inzidenz bei rund 350. Die Zahl der Hospitalisierungen und Todesfälle hingegen liegt auf niedrigen werten. Mit 9 Todesfällen in den letzten sieben Tagen ist dies eine der niedrigsten Zahlen seit dem ersten offiziellen Todesfall durch Covid, der am 6. März 2020 auftrat.



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