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Weggeworfener Mund

„Die Zahlen sind einfach zu hoch, sie müssen runter“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntagnachmittag nach einer Sondersitzung seines Kabinetts. Das Gesundheitssystem sei bereits überlastet.

Neben den bisherigen Bestimmungen habe man zehn Punkte im Kabinett vereinbart: Zunächst rufe man erneut den Katastrophenfall aus, so Söder. Der CSU-Chef kündigte zudem an, eine allgemeine Ausgangsbeschränkung für ganz Bayern vorzuschlagen. Das sei ähnlich geregelt wie im Frühjahr. Man dürfe das Haus nur noch „aus triftigem Grund“ verlassen.

In Hotspots ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 200 soll zudem von 21 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre gelten. Eine Ausnahme der strikten Kontaktbeschränkungen soll es nur zu Weihnachten, aber nicht wie bisher geplant zu Silvester geben, fügte der Regierungschef hinzu. An den Schulen soll es mehr Distanz- sowie Wechselunterricht geben. Geschäfte sollen geöffnet bleiben, wobei allerdings strengere Kontrollen vorgesehen sind.

Auf öffentlichen Plätzen ist ein Alkoholverbot geplant. Die weiteren Beschlüsse betreffen unter anderem Besuchsregelungen in Alten- und Pflegeheimen, wobei eine Limitierung sowie mehr Tests vorgesehen sind, sowie den Einsatz von Bundeswehr und Polizei in Hotspots. Zudem rief Söder die Arbeitgeber dazu auf, ihren Angestellten nach Möglichkeit das Arbeiten im Homeoffice zu ermöglichen. Der Bayerische Landtag soll sich am Dienstag mit den neuen Regelungen befassen – sie sollen ab Mittwoch bis zum 5. Januar gelten.


Kitas & Schulen bleiben offen

Kitas und Schulen mit den Klassen 1 bis 7 bleiben öffen. Ab der 8. Klasse wird Wechselunterricht durchgeführt. Ab einer Inzidenz von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wird ab der 8. Klasse Distanzunterricht durchgeführt.

Weitere Regelungen

Der kleine Grenzverkehr wird ausgesetzt. Dies bedeutet, dass Familien reisen dürfen, andere brauchen hingegen einen Test oder müssen in Quarantäne (Einkaufen / Freizeit). Geschäfte bleiben offen. Die 20-Quadratmeter-Regel muss besser überwacht werden.

In Alten- und Pflegeheimen müssen Mitarbeiter zweimal die Woche zum Test. Für Besucher gilt: Nur ein Besucher am Tag und auch nur dann, wenn sie negativ getestet sind.

Söder sagte auf der Pressekonferenz, dass man „wahrscheinlich“ noch eine Ministerpräsidentenkonferenz einberufen werden müsse. Man müsse sich vermutlich noch einmal unterhalten, was an Weihnachten und insbesondere über Silvester stattfinde.


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