Bartsch: Bundesregierung muss konkreten Impfplan vorlegen

Impfpass, über dts
Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat die Bundesregierung aufgefordert, vor Beginn der Corona-Impfungen in Deutschland einen konkreten Plan dazu vorzulegen und die offenen Fragen im Vorfeld zu klären.

„Zu Beginn der Pandemie waren wir unzureichend vorbereitet und bei zentralen Fragen stolpern wir bis heute von MPK zu MPK“, sagte Bartsch dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ mit Blick auf die kurzfristige Verlängerung des Teil-Lockdowns durch die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). „Dieses Vorgehen darf sich beim Impfen nicht wiederholen.“

In der Pandemiebekämpfung dürfe keine weitere Zeit verloren werden: „Dafür reicht es nicht, Turnhallen und Messehallen zu Impfzentren umzufunktionieren und Millionen Spritzen und Impfdosen einzukaufen“, so der Linken-Abgeordnete. „Die Bundesregierung muss vor Impfbeginn breit aufklären und alle notwendigen Fragen an die Impfungen transparent machen.“ So müsse Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Vorfeld genau klären, welche Risiken für den Einzelnen bestehen, wie der Aufbau der Impfzentren ablaufen soll und wie die Bürger ihre Immunisierung erhalten sollen, forderte Bartsch. Dazu gehöre die Frage, ob die Menschen angeschrieben werden sollen, an wen sich Angehörige von Risikogruppen wenden können und ob spontane Impfungen möglich sind oder eine Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt abgewartet werden soll.

„Jens Spahn rechnet mit Impfbeginn zum Jahreswechsel. Die letzten Wochen bis dahin muss die Bundesregierung nutzen, um aufzuklären und die berechtigten Fragen der Bürgerinnen und Bürgern zu beantworten“, sagte Bartsch dem RND. Ziel dabei müsse es sein, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland freiwillig impfen lassen. „Es muss alles dafür getan werden, die Impfbereitschaft auf ein hohes Niveau zu heben, um das Virus möglichst schnell aus unserem Alltag zu verbannen und einen klaren Pfad aus der Krise zu finden“, so der Linken-Politiker. „Die Beantwortung der im Zweifel lebenswichtigen Fragen darf die Bundesregierung nicht allein auf die Wissenschaft abschieben. Ansonsten verlieren wir mit Impfbeginn wertvolle Wochen und öffnen Tür und Tor für steigende Impfablehnung“, sagte Bartsch dem RND.

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