Arbeiterwohlfahrt lehnt Pflichtjahr ab

Mit Blick auf die Entscheidung des CDU-Parteitags über die Aufnahme eines sozialen Pflichtjahres ins Grundsatzprogramm der Union an diesem Samstag hat die Arbeiterwohlfahrt (AWO) vor einem solchen Modell gewarnt.

„Wir stehen für ein selbstbestimmtes freiwilliges Engagement. Dafür bieten die Freiwilligendienste FSJ und BFD einen ausgezeichneten Rahmen“, sagte die AWO-Bundesvorsitzende Brigitte Döcker dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Samstagausgaben).

Die AWO lehne eine Dienstpflicht klar ab und setze stattdessen auf Freiwilligkeit. „Junge Menschen sind auch ohne Pflicht engagiert“, so Döcker. „Die Shell-Jugendstudien und die Freiwilligensurveys zeigen, dass junge Menschen zu den hoch engagierten Gruppen der Bevölkerung gehören.“ Die Arbeiterwohlfahrt ist einer der sechs Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Deutschland und betreibt vor allem Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und Senioren sowie Kindergärten, Ganztagsschulen, psychiatrische und forensische Kliniken. Der CDU-Parteitag will an diesem Samstag über einen Antrag mit einer freiwilligen und einer verpflichtenden Variante eines „Gesellschaftsjahrs“ abstimmen. Aus Sicht der AWO sollten auf andere Weise Anreize gesetzt werden. So müsste es mehr Wertschätzung und Anerkennung für junge Menschen geben, die einen Freiwilligendienst leisten, sagte Döcker dem RND. „Das ist aus Sicht der AWO auch der richtige Weg, Menschen für soziale Berufsfelder zu interessieren und dem Fachkräfteproblem in sozialen Berufen nachhaltig entgegenzutreten.“



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