WHO-Chefwissenschafterlin erwartet „Kreuzimmunisierung“

Die oberste Wissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Soumya Swaminathan, begrüßt es, wenn Regierungen bereits jetzt den Übergang der Corona-Pandemie in eine endemische Phase vorbereiten.

„Wir erwarten, dass eine immense Zahl an Menschen auf der Welt mit Omikron infiziert sein wird“, sagte Swaminathan dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe). Es werde eine „Kreuzimmunisierung“ zu anderen Varianten geben.

„Das ist ermutigend.“ Der Übergang in eine endemische Phase werde große Auswirkungen haben auf den Umgang mit den Infektionszahlen, für das Testen, für die Krankenhauskapazitäten. „Diese Diskussionen brauchen wir jetzt.“ 2022 werde es viele Millionen Menschen auf der Welt mit einem besseren Immunisierungsschutz geben – „wegen der Impfungen und leider wegen der Infektionen“. Ob die Reklassifizierung aber nach der Omikron-Welle geschehen könne, sei noch nicht klar.

„Wir wissen nicht, wann und wo die nächste Variante auftauchen wird und wie sie mit Omikron und Delta interagiert“, sagte die Inderin. Zudem könne bei einer Pandemie kein Land in eine endemische Phase übergehen, wenn der Rest der Welt noch mitten in der Pandemie sei. „Jetzt müssen wir uns darauf konzentrieren, wie wir die ganze Welt auf das Niveau einer kompletten Impfrate von 70 Prozent bis Mitte dieses Jahres bringen.“ Dann erst könne der Übergang in eine endemische Phase möglich sein.

Als ermutigend bezeichnete Swaminathan die Entwicklung oraler Covid-Medikamente und der Corona-Totimpfstoffe. Sie erwartet, dass künftig mehrere Wirkstoffe bei Corona-Impfplänen kombiniert werden.



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