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Nach Streik-Ende: Drohen jetzt Entlassungen?

„Tag eins“ nach dem Busfahrerstreik im Saarland. Während die Busse weitestgehend wieder auf den Straßen unterwegs sind, ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Grund sind Aussagen des „KAV“ und dem Geschäftsführer der Saarbahn GmbH, Peter Edlinger, der „keine Tabus“ und ein „noch energischeres Sparen“ angekündigt hat.
Gelenkbus der Saarbahn, Bild: Saarbahn / Iris Maurer
Gelenkbus der Saarbahn, Bild: Saarbahn / Iris Maurer

„Tag eins“ nach dem Busfahrerstreik im Saarland. Während die Busse weitestgehend wieder auf den Straßen unterwegs sind, ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Grund sind Aussagen des „KAV“ und dem Geschäftsführer der Saarbahn GmbH, Peter Edlinger, der „keine Tabus“ und ein „noch energischeres Sparen“ angekündigt hat.

Während Christian Umlauf, Verhandlungsführer von Ver.di, den Tarifabschluss positiv kommentiert, sehen die betroffenen Unternehmen, aber auch der Landesverband Verkehrsgewerbe den Abschluss kritisch.

Gegenüber der Saarbrücker Zeitung kommentierte am gestrigen Tag Peter Edlinger, der Geschäftsführer der Saarbahn GmbH, dass „die Lage sehr ernst“ sei. Begründet wurde seine Aussage mit einem nun komplett „auf den Kopf zu stellenden“ Wirtschaftsplan, bei dem es jetzt keinerlei Tabus mehr gäbe, alles neu hinterfragt und noch energischer gespart werden müsse. Auch könne er einen Personalabbau im Konzern nicht ausschließen.

Eine Fahrplan-Ausdünnung hingegen sei nicht vorgesehen, heißt es in dem Artikel weiter.

Für den Saarbahn-Chef sei es ein Rätsel, wie nach diesem Abschluss ein attraktiver ÖPNV auf die Beine gestellt werden solle.

Die Arbeitgeber seien sich einig gewesen, dass es aufgrund der wochenlangen Streiks und der Belastung der Fahrgäste unausweichlich gewesen wäre, diesen Abschluss jetzt zu machen.

In dem Bericht kommt auch Hans Gassert, Vizepräsident des Landesverbandes Verkehrsgewerbe zu Wort. Er bezeichnet das Ergebnis für Ver.di als „Traum“, besser ginge es eigentlich nicht – aus Sicht der privaten Busbetriebe sei der Abschluss jedoch dramatisch.

Ver.di kritisiert Äußerungen

Ver.di hingegen schießt heute scharf zurück: „Äußerungen, dass durch den Tarifabschluss im Nahverkehr jetzt nichts sprichwörtlich mehr ginge und ggf. auch Personal abgebaut werden müsste, sind hochgradig verstörend und tatsachenverdrehend.

Weiter heißt es in einer Stellungnahme: „Personalabbau bei den Stadtwerken anzudrohen, führt zu Verunsicherung bei den Beschäftigten und ist weder sinnvoll noch zielführend“, betont Achim Jung, ver.di Landesfachbereichsleiter Ver- und Entsorgung. „Einsparmaßnahmen sind seit Jahren ein Dauerthema und ständiger Begleiter. Noch mehr Personalabbau würde den Konzern an den Abgrund stellen. Sie sind nicht hinnehmbar.“ Ergänzt wird Jung durch den für die Gemeinden zuständigen Gewerkschaftssekretär Stefan Schorr: „Durch solche Aussagen wird die öffentliche Daseinsvorsorge und ihre Wichtigkeit für uns alle mit Füßen getreten. Tarifabschlüsse sind essentiell für die Beschäftigten. Angst und Verunsicherung sind kein adäquates Mittel für öffentliche Arbeitgeber

Gleichzeitig bestätigte Ver.di jedoch, dass mehr Geld für den ÖPNV notwendig werden. Nach Berechnungen der Gewerkschaft sollen 30 Millionen Euro jährlich fehlen, wovon je zehn Millionen Euro auf Ausbau der Infrastruktur, Personalkosten sowie günstige Fahrpreise fallen würden.

Umlauf richtet sich auch an die Stadtführung in der Landeshauptstadt: „Wer verbesserten Nahverkehr verspricht, muss diesen auch umsetzen. Die neue Koalition kann jetzt beweisen, dass Tariferhöhungen sozialverträglich und gesichert in den Wirtschaftsplan eingearbeitet werden können.“

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