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Lehrer-Präsident kritisiert Rezo für Video über Schulöffnungen


Der Präsident des deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert den Youtuber Rezo für sein neues Video, in dem dieser die Schulöffnungen thematisiert und der Politik schwere Vorwürfe macht.

“Ich weiß nicht, woher Rezo seine besondere Expertise für diese Aussagen zieht”, sagte Meidinger dem Nachrichtenportal Watson. Er widerspricht dem Youtuber in einigen zentralen Punkten.

Rezo hatte unter anderem behauptet, die Schulen seien gar nicht gut genug ausgestattet, um die erforderlichen Hygienemaßnahmen umzusetzen. “Klar hätten wir uns mehr Vorlauf gewünscht, um Hygieneschutzmaßnahmen umzusetzen. Da aber nur 15 Prozent aller Schüler jetzt zurückkehren, sind Abstandsgebot und Hygieneschutzmaßnahmen zum jetzigen Zeitpunkt viel leichter umzusetzen, als wenn später die Mehrheit der Schüler zurückkehrt”, sagte der Lehrer-Präsident. Aus diesem Grund sei es auch wenig riskant, die Abi- und andere Abschlussprüfungen jetzt durchzuführen. Auch Rezos Vorschlag, ein Durchschnittsabitur durchzuführen, sieht Meidinger kritisch. Das bedeute den Verzicht auf Abiturprüfungen. “Abiprüfungen fallen im Durchschnitt rund ein oder zwei Zehntel schlechter aus als die Vornoten. Außerdem sind in Hessen und Rheinland-Pfalz die schriftlichen Abiprüfungen schon durch und man kann beim Durchschnittsabitur nicht, bei der Abiprüfung aber sehr wohl durchfallen.” Daher schaffe ein “Ausscheren” von Ländern in Richtung Durchschnittsabitur eine “neue Bildungsungerechtigkeit” in Deutschland, “nicht zuletzt in Bezug auf die Studienzulassung in zulassungsbeschränkten Fächern”. Zudem sei es ungerecht gegenüber den Abiturienten des Vorjahres. Er schätze manche kritische Videos von Rezo durchaus. Dieser leiste durchaus einen Beitrag dazu, Kinder und Jugendliche stärker für Politik zu interessieren.

“Aber in der Bildungspolitik muss er noch an seiner Expertise arbeiten”, so Meidinger.