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Der Herausgeber des Regio-Journals über Themen, die ihn bewegen.
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Kommentar: Eine Strafe, aber wofür?

Die Friedrichsthaler Bürgerinnen und Bürger haben gewählt. Und die Wahl ist eindeutig: Die SPD geht als Wahlverlierer aus der Kommunalwahl. Mehr als 11 Prozent Verlust sind eine bittere Niederlage. Stattdessen gaben sie einer Partei, die Ihnen kein Konzept liefern konnte, die nicht zu einem Interview mit uns zur Verfügung stand, als Einzige Partei übrigens und in ihrem Wahlkampfflyer ausschließlich mit Rechtschreibfehlern aufwarten konnte – aus dem „Nichts“ 11,6 Prozent ihrer Wählerstimmen.

Eine Partei, die in besagtem Wahlkampfflyer als „Ziele der AfD in Friedrichsthal, Bildstock und Maybach“ angibt, dass sie das „Aussterben der Vororte verhindern“ möchte. Welche „Vororte“ die Partei nun meint, weiß vermutlich nur sie selbst. Oder auch der folgende Satz stammt (inkl. Fehler) aus dem besagten Flyer: „Der Hofer Kopf Turm gehör unbedingt in ein Konzept Tourismus in und um Friedrichsthal eingebunden und muss unbedingt gefördert werden.“ Ok…
Ja, „so geht Demokratie“ mag man nun meinen. Doch es bleibt eine Frage: Was haben die derzeit im Friedrichsthaler Stadtrat agierenden Fraktionen aus SPD (-11 %), CDU (-8,2 %) und Linke (-1,4 %) falsch gemacht, dass diese so abgestraft wurden?

Jede der genannten Fraktionen setzen sich seit Jahren für ein „gutes Friedrichsthal“ ein. Das Betreuungsangebot für Kinder wurde verbessert und ausgebaut, Vereine werden beim Ausbau ihrer Anlagen unterstützt oder erhalten unkomplizierte „Amtshilfe“, wenn benötigt.

Viele Stadtratsmitglieder engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, übernehmen Schirmherrschaften oder ähnliches.

Seit Jahren unterliegt die Stadt einem Sparzwang und kann nur mit „gebundenen Händen“ agieren. Dennoch setzt sich jedes Ratsmitglied für den Erhalt der Friedrichsthaler Bäder ein, die mehrere hunderttausend Euro Defizit im Jahr einfahren.

Als letzten Satz schreibt die AfD im Wahlflyer (Fehler übernommen): „Geben sie uns eine Chance zu beweisen, dass wir besser sind als man uns nachsagt.“ In den nächsten Jahren werden sich „Gerd Schon, Birgit Heinz und Dieter Maier“ (Nur falls Sie nicht wissen sollten, wen Sie gewählt haben!) an dieser Aussage messen lassen müssen.

Die Wahlsieger sind neben der AFD die Grünen sowie die FDP. Beide konnten ihre Stadtratssitze verdoppeln.

Die Linke konnte ihre vier Sitze verteidigen.

Das Wahlergebnis erschwert die Bildung einer Koalition deutlich, die rot-rote Mehrheit ist Geschichte.

Friedrichsthal hat seinen aktuellen Stadtrat abgestraft – die wenigsten werden jedoch wissen, warum eigentlich.

Das Ergebnis deckt sich mit den Europawahlen. Dass die Bürger nicht mehr in „Kommunal-“ und „Europa“-Politik unterscheiden können, ist jedoch neu.

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