Galeria Kaufhof, über dts
Galeria Kaufhof, über dts
Die Filialen Neunkirchen und Trier werden geschlossen. Die beiden Filialen in Saarbrücken bleiben erhalten.

Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof – auch Neunkirchen schließt

Erste Details zu den bevorstehenden Filialschließungen des Galeria-Karstadt-Kaufhof-Imperiums werden bekannt: 62 Filialen werden mindestens geschlossen, Bis zu 7500 Teilzeitmitarbeiter müssen gehen. Die Filiale Neunkirchen wird geschlossen.

Die 6000 Vollzeitmitarbeiter (7500 Teilzeit) sollen in eine Transfergesellschaft überführt werden. Außer den Warenhausfilialen sollen zusätzlich ca. 20 „Karstadt Sports“-Läden schließen.

Weiterhin war die Rede davon, dass 100 der 130 Reisebüros schließen werden. Ob diese Maßnahme ebenfalls umgesetzt wird, ist noch nicht klar.

Für die verbleibenden 25.000 Mitarbeiter des Konzerns soll der Ende 2019 geschlossene Tarifvertrag gelten.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet weiterhin davon, dass diese Einigung unter dem Vorbehalt steht, dass die verbleibenden Vermieter die Mieten senken. Weigerten sich die Vermieter, würden weitere Filialen geschlossen.

Von den Schließungen betroffen sind Städte wie Mönchengladbach, Duisburg, Dortmund und Gummersbach, berichtet die Süddeutsche.

Neunkirchen und Trier werden geschlossen

Ver.di teilte vor wenigen Minuten mit, dass die Filiale in Neunkirchen und Trier geschlossen werden. In Neunkirchen arbeiten derzeit 60 Mitarbeiter, in Trier 70. Diese sollen für mindestens sechs Monate in eine Transfergesellschaft wechseln. Die Filialen in Saarbrücken bleiben offenbar von der Schließung verschont.

Der angekündigte Insolvenzplan wird am Montag dem Gläubigerausschuss vorgelegt. Stimmt dieser nicht zu, müsste Galeria Karstadt Kaufhof Insolvenz anmelden.

Die Saarbrücker SPD-Bundestagsabgeordneten Josephine Ortleb sagte zur Entscheidung: “Die Standorte der Galeria Karstadt Kaufhof Warenhaus-Gruppe in Saarbrücken sind nicht von der Schließung betroffen – eine gute Nachricht mit einem bitteren Beigeschmack. Denn aufgrund der Misswirtschaft der Geschäftsführung werden in ganz Deutschland Standorte schließen und Beschäftigte ihren Job verlieren. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind die Leidtragenden einer verfehlten Unternehmensstrategie. In Neunkirchen sehen wir, dass die Schließung des Kaufhof-Standorts ein harter Einschnitt für die Stadt und die Menschen vor Ort bedeutet. Für die Standorte in Saarbrücken bedeutet diese Entscheidung aber auch, dass nun Maßnahmen getroffen werden müssen, die die Unsicherheiten der Beschäftigten langfristig beseitigen. Jetzt gilt es in enger Abstimmung mit der Gewerkschaft ver.di, eine sozialverträgliche Planung der nächsten Schritte zu erarbeiten.”

Konzern seit langem in Schwierigkeiten

Die Corona-Krise verschärfte die Situation um den Konzern zusehends, doch bereits seit längerem kämpft das Unternehmen ums wirtschaftliche Überleben. Der Konzern möchte offenbar das Schutzschirmverfahren nutzen, um sich von Altlasten und hohem Personalstamm zu trennen.

Der Konzern häufte alleine in vier Jahren 600 Millionen Euro Verlust an. Im letzten Jahr lag der Konzernverlust bei fast 80 Millionen Euro.

Verwendete Quellen: