Im Praxistest: Das Gigaset GS270 Plus

Wir haben das Gigaset GS270 Plus von Gigaset einem Praxistest unterzogen. Was das Gerät kann, für wen es sich eignet und wie sich das Smartphone im Alltag schlägt, erfahren Sie in unserem Praxistest.

Wir haben das Gigaset GS270 Plus von Gigaset einem Praxistest unterzogen. Was das Gerät kann, für wen es sich eignet und wie sich das Smartphone im Alltag schlägt, erfahren Sie in unserem Praxistest.

Der Telekommunikationskonzern Gigaset arbeitet seit einigen Monaten an einem Comeback im Smartphone-Markt. Mit dem Gigaset ME & Me Pro fand man einige vielversprechende Ansätze, doch es hakte an zu vielen Stellen. Mit dem GS 170 war der Bocholter Konzern im Preissegment um 150 Euro angesiedelt. Mit dem GS270 und GS270 Plus platziert sich Gigaset nun im Preisbereich um 250 Euro.

Die wichtigsten technischen Daten

  • 5,2“ Full-HD-Display, 1920x1080P, Pixeldichte 424 ppi
  • Octa-Core Prozessor mit 1,5GHz
  • 5D Glas mit kratzfester sowie schmutzabweisender Oberfläche
  • 2GB Ram (3GB beim GS270 plus)
  • 16GB interner Speicher (32GB beim GS270 plus)
  • 5000mAh-Akku
  • 4G LTE Cat 6, VoLTE, VoWiFi
  • Dual-Sim oder Single-Sim + Micro-SD Slot bis 128GB
  • Android 7.0 Nougat
  • 13MP Hauptkamera, F2.2, LED Blitz, 1080p Video

Look & Feel

Für 230 Euro bekommt man beim Gigaset GS270 Plus bekommt der Käufer ein ordentlich verarbeitetes Smartphone. Die Druckpunkte der Tasten sind in Ordnung, könnten aber knackiger sein. Der Fingerabdrucksensor ist leicht vertieft in die Rückseite eingelassen.

Laut dem Hersteller soll sich ein „hochwertiges Metallic-Effekt-Finish“ auf der Rückseite spüren lassen – dies können wir nicht bestätigen. Die Rückseite ist griffig, aber nicht vergleich mit z.B. dem GS370 Plus, dass über eine Metallrückseite verfügt.

Display und Akku

Das Full-HD Display verfügt über eine Pixeldichte von 424 ppi und ist angenehm hell. Laut Hersteller erreicht das Display 450 cd/m². In den meisten Fällen reicht dies aus, nur bei direkter Sonneneinstrahlung wünschen wir uns „etwas mehr Helligkeit“.

Der 5000 mAh-Akku ist über jeden Zweifel erhaben und selbst Powernutzer kommen locker über den Tag. Wir haben den Akku bei „normaler Nutzung“ im Schnitt alle 3 Tage aufgeladen.

Die Ladezeit beträgt träge vier Stunden. Das könnte schneller gehen.

Sonstige Features

Das Gerät bringt die für dieses Preissegment üblichen Funktionen mit: W-Lan 802.11 a/b/g/ und n im 2,4- und 5Ghz-Bereich, LTE Cat. 6 mit bis zu 300 Mbit im Download. Bluetooth 4.0, Benachrichtigungs-LED, Fingerabdruck-Sensor, der recht zügig reagiert, aber nicht mit aktuellen Topgeräten mithalten kann.

Interessant ist die Dual-Sim-Fähigkeit – oder alternativ eine Sim-Karte und eine Speicherkarte: Dies macht das Gerät zu einem vielseitigen Alleskönner. USB-OTG ist vorhanden und lässt das Smartphone zur „Powerbank“ werden.

Die Kamera

Die Rückwärtige Kamera verfügt über Blende f/2.2, Autofokus, LED-Blitz und 13 Megapixel Bildsensor.

Die Kamera kann bei guten Lichtverhältnissen recht ordentliche Bilder produzieren. Die Autofokuszeit hingegen ist nicht zeitgemäß. Es vergehen gut eine Sekunde, bis das Bild final schargestellt ist. Bei schlechter werdenden Lichtverhältnissen zeigt sich das Bild matschig, rauschig und unscharf.

Generell wirkt die Kamerasoftware nicht ausgereift. Per Firmwareupdate konnte der Bocholter Konzern etwas nachbessern, aber da geht definitiv mehr.

Dafür spendiert Gigaset einen manuellen Kameramodus, wo ISO, Weißabgleich, Belichtung frei eingestellt werden können. Auch ein paar Bildeffekte werden mitgeliefert.

Die 5 MP-Frontkamera mit Fix-Fokus und einem Bildwinkel von 120 Grad liefert bei guten Lichtbedingungen annehmbare Selfies, Wunder sollte man dennoch nicht erwarten.

Videos werden mit 30 Bildern pro Sekunde in Full-HD aufgenommen. Eine elektronische Bildstabilisierung filtert einige Wackler heraus. Die Videoqualität ist im Tageslichtbetrieb in Ordnung.

Leistung & Ausstattung

Der Mediatek-Quadcore-Prozessor mit 4x 1,5 GHz rechnet für normale Anwendungen ausreichend schnell, Gamer, Videoschneider und „Businessnutzer“ sollten jedoch nach einem schnelleren Modell Ausschau halten. Die 3 Gigabyte Arbeitsspeicher helfen dem System deutlich, die 2GB-Variante kommt an ihre Grenzen.

Antutu-Bench errechnet einen Leistungswert von 44.000 Punkten. Hier bringen Top-Smartphones nahezu das doppelte zu Stande. Dennoch: Es ruckelt nichts. Office-Anwendungen, mehrseitige PDFs, Surfen im Netz und Youtube ist kein Problem.

Ein Satz zum Lautsprecher: Dieser ist rückseitig angeordnet, was dem Audiogenuss nicht zuträglich ist. Generell ist der Klang nicht überragend. Bis 70% Der Maximallautstärke ist er in Ordnung, danach wird es unangenehm. Das können andere Hersteller deutlich besser.

Fazit

In der Preisklasse bis 250 Euro schlägt sich das Gerät gut. Wer wert auf einen guten Akku, ein Full-HD-Display und 3 Gigabyte Arbeitsspeicher legt, erhält mit dem GS270 Plus ein solides Gerät. Die 2GB-Variante würden wir nicht empfehlen.

Bei der Kamera müssen Abstriche gemacht werden und Gigaset ist auch nicht dafür bekannt, besonders schnell Softwareupdates zu liefern. Immerhin ist Android 8.0 für Q1/2018 angekündigt.

Eine Besonderheit zum Schluss: Die zweijährige Gewährleistung gilt auch auf den Akku.

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Bildquellen

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