Hamburger Grünen-Kandidatin will von Parteiprogramm abweichen

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Die Spitzenkandidatin der Grünen zur Hamburger Bürgerschaftswahl, Katharina Fegebank, zeigt sich schon vor der Wahl kompromissbereit.

Die Spitzenkandidatin der Grünen zur Hamburger Bürgerschaftswahl, Katharina Fegebank, zeigt sich schon vor der Wahl kompromissbereit. „Wenn man regiert, kann man nicht immer die reine Lehre praktizieren und nicht jeden Spiegelstrich des Parteiprogramms umsetzen“, sagte sie dem „Spiegel“.

Sie lobte den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Es beeindrucke sie, wie es ihm als Grünem gelinge, „nicht nur die eigenen Wähler, sondern ein ganzes Bundesland hinter sich zu bringen“. Die Entscheidung der Grünen-Bundesspitze, die geplante Homöopathie-Kommission abzusagen, verteidigte Fegebank. „Das finde ich richtig, denn es gab zu viele Indiskretionen“, so Fegebank weiter. „Wenn wir regieren wollen, dann müssen wir Geschlossenheit zeigen.“ Der Bundesvorstand habe „Führungsstärke“ gezeigt. Fegebank, die Hamburger Wissenschaftssenatorin ist, sagte, sie persönlich glaube an die Schulmedizin. Im parteiinternen Streit darüber, ob Globuli von den Krankenkassen gezahlt werden sollten, wollte sie sich jedoch nicht festlegen. Zugleich sprach sich Fegebank für die Erforschung der ebenfalls umstrittenen unterirdischen CO2-Verpressung aus. Es gebe „reale Risiken“, sagte sie. „Wir sollten aber Möglichkeiten erforschen, weil wir nicht wissen, wann die Kipppunkte kommen, an denen Entwicklungen im Erdsystem nicht mehr rückgängig zu machen sind.“ Fegebank ist derzeit Zweite Bürgermeisterin. Bei der Hamburgwahl am 23. Februar will sie den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) ablösen.