Günter Hofmann zu Besuch bei Umweltminister Jost

Günter Hofmann, Naturschutzbeauftragter aus Bildstock traf sich mit Umweltminister Jost, um einige Fragen im Auftrag der Bürger zu stellen. Die Textzusammenfassung finden Sie bei uns.
Geschrieben von Günter Hofmann:

Noch war Sommer! War noch Sommer? Frei nach Ludwig Harig, ja es ist noch Sommer. Aber auch der Sommer macht so seine Probleme. Ein großes Problem ist der Eichen Prozessionsspinner, dieser weitet sich immer mehr aus. So auch in unserer Stadt. Das heimische Bauamt hat sich dieser Plage angenommen und mit allem was den Männern zur Verfügung stand bekämpft. Auch eine private Firma hat geholfen dieser Plage Herr zu werden. Im Nachhinein kann man sagen es wurde eine sehr gute Arbeit geleistet. Viele Wege konnten nach diesem Einsatz wieder geöffnet werden. Aber besiegt ist der Eichen Prozessionsspinner nicht, er wird im nächsten Jahr wieder präsent sein, ist nur die Frage in welcher Stärke.

Aber was ist eigentlich mit den Privatwaldbesitzern? Was passiert dort? Ein davon betroffener Bürger ist Otto Rothaar, er wohnt seit mehr als 30 Jahren in der Siedlung „Am Klaraschacht“, auf seinem Grundstück standen über hundert Eichen vor Baubeginn. Heute sin davon mehr als 60 erhalten. Rothaar ist darauf stolz diese Eichen erhalten zu haben. Aber wie schon zuvor beschrieben bleibt sein Gelände der Plage nicht verschont. Seit einigen Jahren bekämpft er die gefährliche Raupe. Mit recht gutem Erfolg, es hat sich noch niemand in seinem Umfeld verletzt. Der Erfolg hat aber seinen Preis, mehr als 1000,-Euro lässt sich Rothaar das jedes Jahr kosten. Doch langsam wird ihm der Aufwand zu groß und er überlegt den Bestand der Eichen zu reduzieren. „Es wäre schade, wenn das so kommen würde“, die Eichen tragen ja doch erheblich zur Luftreinigung bei.

Ein Besuch beim Umweltminister Reinhold Jost brachte hier auch kein entscheidendes Weiterkommen, es gibt keine Öffentliche Hilfe für Privatbesitzer von Eichen. Minister Jost konnte aber doch noch einen Tipp geben, vielleicht weiß die Naturlandstiftung Saar da noch einen Rat. Man wird sehen. Beim Besuch bei Minister Jost habe ich auch einen weiteren Missstand angesprochen, der unseren Bürgern in der Stadt Friedrichsthal auf den Geist geht. Dabei handelt es sich um die Rabenvögel Population. Immer öfter tauchen Elstern und Krähen im Stadtgebiet auf, sie arbeiten sich in Parks durch die Mülleimer und verteilen so den in Papierkörben gesammelten Müll in der Landschaft.

Bei Abfuhr der „Gelben Säcke“ reißen die intelligenten Plagegeister diese auf und suchen nach essbarem darin. Wie es danach aussieht kann man sich ja denken. Was aber mir noch viel schlimmer erscheint sind die räuberischen Attacken auf die Nester der anderen Singvögel. Kaum ein Amselnest hat eine Chance ihren jungen Nachwuchs so zu begleiten bis sie von den Rabenvöglen nicht mehr angegriffen werden. Ein Beispiel aus dem eigenen Garten: Meine Meisenvilla, kurz bevor die Jungvögel vor dem Ausfliegen waren, die Altmeisen waren zum Futter holen, da klopfte eine Krähe auf dem Nistkasten sitzend an und der neugierige Jungvogel streckte seinen Kopf heraus, das war das frühe aus für ihn. Nicht einen Jungvogel hat das Ausfliegen überlebt!

Haben wir das bejagen dieser Vögel einst unter Naturschutz eingestellt, ist dies noch Zeitgemäß? Was ist mit der Population, sind es so viel Krähen mehr geworden? Der Minister sagt nein, es handelt sich um eine Verlagerung, die Futtersuche in den Ortschaften ist um einiges leichter als im angrenzenden Wald. Wir müssen versuchen diese Vogelarten wieder aus den Städten hinaus in die Wälder zu verdrängen. Ein schwieriges Unterfangen. Bejagbar sind sie in Innerstädten sowie so nicht. Das Problem kenn wir ja schon von Füchsen, Wildschweinen und jetzt auch langsam im Vormarsch der Waschbär.

Alles in allem, es gibt da noch keine zündenden Ideen wie wir diesen Missstand abstellen zu können.
Noch war Sommer, Sommer war noch…

Günter Hofmann, Naturschutzbeauftragter

Information:

Es handelt sich um einen unbearbeiteten Text von Herrn Hofmann

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