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Grüne: Bund lässt Hochschulen mit digitaler Lehre im Stich


Die Grünen fordern den Bund auf, den Hochschulen in der Coronakrise dringend zu helfen, die Digitalisierung der Lehre für fast drei Millionen Studenten zu finanzieren.

“Bisher lässt der Bund die Hochschulen mit der Mammutaufgabe digitale Lehre komplett allein”, sagte die Sprecherin für Innovations- und Technologiepolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Anna Christmann, dem “Handelsblatt” (Mittwochsausgabe). Der Bund müsse “noch vor der Sommerpause eine Digitalisierungspauschale auf den Weg bringen”, so die Grünen-Politikerin weiter.

Eine solche Pauschale von rund 100 Euro pro Student und Jahr hatte auch die Expertenkommission für Forschung und Innovationen schon Anfang 2019 vorgeschlagen. Die Hochschulen bräuchten jetzt “frische Mittel, um ihre IT-Infrastruktur zu stärken und digitale Beratungs- und Betreuungsangebote aufzubauen”, sagte Christmann. Die Hochschulen täten vor Ort ihr Bestes und hätten konkrete Unterstützung mehr als verdient. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) beweise “leider auch beim Thema Digitalisierung, dass sie von den Bedürfnissen der Hochschulen viel zu weit weg ist – der Bund ist in der Akuthilfe für digitale Hochschullehre bis heute ein Totalausfall”, so die Grünen-Politikerin weiter.

So habe auch der angekündigte Wettbewerb für digital innovative Hochschulen bis heute nicht stattgefunden. Die Länder agieren bisher extrem unterschiedlich: Das mit Abstand größte Sonderprogramm über 112 Millionen Euro bis 2024 schob die schwarz-grüne Koalition in Hessen an. Nordrhein-Westfalen machte 20 Millionen Soforthilfe locker, Berlin zehn, Niedersachsen immerhin acht. Doch es gibt eine Reihe von Ländern, in denen bisher nichts passiert ist.