Mönch am Saufangweiher | Bild: Dr. Horst-Henning Jank
Mönch am Saufangweiher | Bild: Dr. Horst-Henning Jank

Friedrichsthaler Stadtrat stimmt für Paketlösung am Saufangweiher

Neues aus dem Friedrichsthaler Stadtrat: In seiner letzten Sitzung am Mittwoch, den 28.11.2018 stimmten die Stadtratsmitglieder bei zwei Gegenstimmen für das Bauvorhaben der Aussichtsplattform sowie dem Stegneubau.

Der Saufangweiher wird aufgewertet. In einer Paketlösung verabschiedete der Stadtrat am Mittwoch die Pläne des LIK Nord, das „Mönchbauwerks“ zu einer Aussichtsplattform auszubauen und den Neubau des Steges im vorderen Bereich zu veranlassen.

Bürgermeister Schultheis verwies darauf, dass der Verwaltung das Naherholungsgebiet am Saufangweiher wichtig ist und man, so Schultheis wörtlich, „sich nicht nur für Fußballplätze im Ort einsetzen kann“.

Da das Naherholungsgebiet jedoch Kerngebiet der „Landschaft der Industriekultur Nord“ (LIK NORD) ist, läuft ein Großteil der Finanzierung über diese. Die Stadtkasse wird mit rund 10% der Baukosten, über vier Jahre verteilt, belastet.

Der „Plattformbau“ im Bereich des „Mönchs“ schlägt mit 130.000 Euro Gesamtkosten zu Buche. Somit entstehen für diese Maßnahme rund 13.000 Euro Belastungen für die Stadtkasse.

Die Kosten für den Steg belaufen sich auf ca. 100.000 Euro. Der kommunale Eigenanteil wird durch einen privaten Spender abgedeckt.

In der Stadtratssitzung kritisierten alle Parteien den Bau der Aussichtsplattform, stimmten jedoch letzten Endes zu, da es sich bei der von der LIK Nord vorgeschlagenen Lösung um eine Paket handelt: Steg ja, aber nur mit dem zweiten Projekt, der Aussichtsplattform.

Die Grünen aus Friedrichsthal kritisierten das Vorhaben harsch und stimmten gegen die Paketlösung, auch wenn sie den Steg als sinnvoll erachten:

Dr. Horst-Henning Jank sagt:

„Man war nun bei der LIK Nord offenbar krampfhaft auf der Suche nach Projekten, mit denen sich die weitere Mitgliedschaft Friedrichsthals [in der LIK Nord, Red.] begründen ließ, und verfiel auf die Idee, besagten Pumpenturm zum Aussichtsturm auszubauen. Die Begeisterung darüber hielt sich wohl fraktionsübergreifend in Grenzen. Während wir Friedrichsthaler Grünen den Neubau eines Stegs befürworten, erschließt sich uns der Sinn des Turms nicht: Die Aussicht von dort ist ohnehin äußerst eingeschränkt. Und der Lärm der nahen Autobahn mindert den Wert des Naturerlebnisses dort oben wohl ebenfalls drastisch.

Auch wenn der Eigenanteil der Stadt nur zehn Prozent betragen sollte, hält das Turmprojekt keiner Kosten-Nutzen-Rechnung stand. Hier ist eine Organisation fieberhaft auf der Suche nach Projekten, mit denen sie ihre Daseins-berechtigung unter Beweis stellen kann. Dabei werden unseres Erachtens Steuergelder verpulvert. Wir hoffen, dass sich die politisch Verantwortlichen in der LIK Nord noch eines Besseren besinnen.“

Für die Stadt und das Naherholungsgebiet ist die Lösung jedoch nach unserer Auffassung eine sinnvolle: Man erhält den für das Naherholungsgebiet wichtigen, barrierefreien Steg, der den Saufang-Weiher wieder zu einem Rundweg macht, wie man ihn über Jahre kannte und mit der Aussichtsplattform eine weitere Attraktion. Der kommunale Eigenanteil für den Steg übernimmt ein privater Spender, sodass die Stadtverwaltung lediglich den Ausbau der Plattform anteilig finanzieren muss – und dies über vier Jahre verteilt. Und hätte man dieser Lösung nicht zugestimmt, wäre der Neubau des Steges aus eigenen finanziellen Mitteln nicht möglich gewesen.

Wie der neue Steg aussehen soll, wurde ebenfalls angerissen: Nach den aktuellen Planungen soll der neue Steg eine Stahl-/Metallkonstruktion als Basis haben. Das Geländer soll in einer filigranen Stahlnetzkonstruktion erfolgen. Über den Belag der Brücke wird noch beraten: Während Holz witterungsanfällig ist, würde eine Gitterstahlkonstruktion die Begehbarkeit für Hunde erschweren.

Eine mögliche Lösung wäre der Belag, der auch bei der Bismarckbrücke in Friedrichsthal (Fußgängerbrücke über Bahngleise bei Haltepunkt „Friedrichsthal Mitte“) verwendet wurde.

Bildquellen:

  • Mönch am Saufang: Dr. Horst-Henning Jank
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Regio-Journal

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