Friedrichsthal: Aufregung um die Lärmschutzwand an der Geißwies

Derzeit ist die sich im Bau befindliche Lärmschutzwand im Neubaugebiet an der Geißwies in aller Munde. Neben Entsetzen löst das Bauwerk auch Häme und Spott aus. Doch ist dies überhaupt gerechtfertigt? Wir werfen einen Blick auf das Bauvorhaben.

Auf den ersten Blick wirkt die sich im Bau befindende Lärmschutzwand an der A8 wie ein unüberwindbarer Festungswall. Die mehr als zweihundert Meter lange und maximal 11,50m hohe Mauer ist imposant. Doch es handelt sich nicht um die „final sichtbare Höhe“, wie uns die RAG Montan Immobilien auf Nachfrage mitteilt.

Aktuelle Aufnahmen der sich im Bau befindenden Lärmschutzwand

Das gesamte Bauvorhaben wurde den Bürgerinnen und Bürgern bereits im Sommer 2017 in Form einer Informationsveranstaltung auf der Baustelle, einer Veranstaltung im Rathaus, sowie in einer öffentlichen Stadtratssitzung erläutert. Das Neubaugebiet hätte, so die RAG Montan Immobilien, ohne diese Lärmschutzmaßnahme nicht realisiert werden dürfen, da man sonst gesetzliche Vorgaben zum Lärmschutz nicht hätte einhalten können. Somit sei es zwingend notwendig gewesen, in diese Dimension zu gehen.

Die Pressestelle der RAG Montan Immobilien hierzu:

„Wir möchten festhalten, dass wir einen erheblichen Aufwand betreiben, um die massive Erscheinung der Maßnahme städtebaulich in Ihrer Wirkung zu harmonisieren. Damit wird erreicht, dass die Optik in der Endgestaltung eher einer hohen Busch-beziehungsweise Baumreihe gleicht.
Die jetzige dominante Wirkung der Wall-Wand-Kombination wird nach Abschluss dieser Maßnahmen deutlich weniger massiv erscheinen. Noch sind diese Arbeiten nicht abgeschlossen. Dennoch sind wir uns sicher, dass die Bewohner des Wohnbaugebietes als auch die Bewohner unterhalb in der Friedrich-Wilhelm-Straße bereits jetzt einen erheblich reduzierten Lärmpegel von der nahe gelegenen Autobahn wahrnehmen.“

Um den Bau einer großen Betonwand zu vermeiden, wurde eine intensivbegrünte Wall-Wand-Kombination gewählt. Aktuell wird die eigentliche, mit einem mineralischen Gemisch gefüllte Wand gebaut.

Im Nachgang wird der rund zwei Meter hohe Wall aufgefüllt, der die Sichtbare Höhe am höchsten Punkt auf rund 9,50m reduziert. Danach wird Wall und Wand intensiv begrünt, wodurch sich die Wand optisch deutlich harmonischer zeigen wird, als es aktuell der Fall ist. Vergleichbare Bilder finden Sie weiter unten.

Außerdem, so die verantwortliche Pressesprecherin abschließend, seien die Wohnhäuser je nach Dachgestaltung zwischen fünf und acht Meter hoch, sodass später von der Wand lediglich die grüne Spitze zu sehen sein wird.

Hier nun einige Bilder von fertiggestellten, vergleichbaren Projekten:

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