Friedhof Alt-Saarbrücken
Friedhof Alt-Saarbrücken, Bild: saarbruecker-friedhoefe.de

Friedhofsentwicklungsplan für Saarbrücken auf dem Weg

Auf die geänderte Nachfrage an die vorhandenen Bestattungsangebote reagiert die Landeshauptstadt mit einem Friedhofsentwicklungsplan. Dieser wird derzeit den städtischen Gremien vorgelegt.

Die Nachfrage für kaum oder nur wenig Pflegebedürftige Bestattungsmöglichkeiten, insbesondere für Urnengräber ist unvermindert hoch. Dadurch entstehen überschüssige Friedhofsflächen, in Saarbrücken derzeit 46 Hektar. Mittlerweile wünschen 75 Prozent eine Urnenbestattung und 25 Prozent für eine Körperbestattung – vor einigen Jahren war dieses Verhältnis noch umgekehrt.

Durch die Umsetzung des Friedhofsentwicklungsplans soll sichergestellt werden, dass auch zukünftig genügend hochwertige Bestattungsflächen zu Verfügung stehen und eine würdige Friedhofskultur zu erhalten.

Laut Friedhofsentwicklungsplan ist beispielsweise vorgesehen, wenig genutzte Grabarten zu reduzieren oder entfallen zu lassen, Laufzeiten zu vereinheitlichen und die Gebührenstruktur zu vereinfachen. Darüber hinaus gibt es für jeden der 22 aktiven Friedhofsstandorte ein flächenbezogenes Grobkonzept. Diese Konzepte sehen vor, dass die Bestattungsflächen reduziert und kompakt zusammengezogen werden sollen. Darüber hinaus sind auch Friedhofsflächen in den Konzepten enthalten, die dauerhaft abgegeben werden können. Um die Friedhofskultur zu erhalten, sollen diese neuen kompakten Bestattungsflächen in zentralen Bereichen der Friedhöfe in der Nähe der Trauerhallen und der Eingangsbereiche liegen.

Es soll zukünftig auf allen Saarbrücker Friedhöfen ein Basisangebot verfügbar sein, welches durch individuelle Änderungen angepasst werden kann. Hierzu zählen z.B. muslimische Gräber, Waldgemeinschaftsgräber oder oberirdische Grabkammern.

Langfristig werden sich die Friedhöfe zu Grünflächen mit Orten für Bestattung, zur Trauerbewältigung und zur Begegnung wandeln. Diese Entwicklung muss bei der Gestaltung der Flächen berücksichtigt werden. So sollen beispielsweise Bänke oder andere Sitzgelegenheiten einen Aufenthalt auf dem Friedhof für Besucherinnen und Besucher angenehmer machen.

Der Friedhofsentwicklungsplan soll nach Möglichkeit ohne zusätzlichen finanziellen Aufwand und ohne Gebührenerhöhungen umgesetzt werden. Es ist geplant, die Gebühren aufkommensneutral an die tatsächlichen Kosten und die Nachfrage im Rahmen des Gebührenrechts anzupassen.

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Regio-Journal

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