Jeder deutsche ist durchschnittlich 1kg Honig pro Jahr
Jeder deutsche ist durchschnittlich 1kg Honig pro Jahr

Die große „Honig-Watschn“: Jeder vierte getestete ist Mangelhaft

Die Stiftung Warentest hat im Januar 2019 36 Honige getestet und kam zu einem deutlichen Ergebnis: Jeder vierte Honig ist mangelhaft! Es zeigt sich, dass sich guter Honig weder an Preis, noch an der Herkunft erkennen lässt. Dennoch konnten elf Produkte die Tester überzeugen.

Mehr als ein Kilogramm Honig verspeisen wir durchschnittlich pro Jahr. Die Stiftung Warentest testeten 36 Mischblüten-, Akazien-, Linden-, Raps-, Wildblüten- und Waldhonige. Dabei wurden an sieben Honige sogenannte Wärmeschäden (durch Erhitzung wurden Enzyme erheblich oder vollständig inaktiviert) festgestellt. Übrigens: vier der sieben durch zu hohe Temperatur geschädigten Honige stammen aus China, dem wichtigsten Honiglieferanten der EU.

Auch wurden bei zahlreichen Honigen zu geringe Mengen der angegebenen Pollensorte, kritische Stoffe und untypischer Geschmack festgestellt.

Gemessen an den Leitsätzen für Honig des Deutschen Lebensmittelbuchs, erfüllten zehn der getesteten Produkte mindestens ein Kriterium nicht und sind damit „mangelhaft“. Jeder dritte Honig schneidet „befriedigend“ ab, elf verdienten sich im Test das Prädikat „Gut“.

Discounter schneiden besser ab

Zu den besseren Produkten zählen die Mischhonige von Lidl Maribel, NektarQuell, Dr. Krieger´s und Langnese. Bei den Sortenreinen Honigen schnitt der Rapshonig von Dreyer „Gut“ ab.

Gründe für die schlechten Werte

Fast jeder fünfte Honig wurde „wärmegeschädigt“. Dies kann durch unsachgemäßen Transport, Lagerung, zu warme Verarbeitung oder eine nachträgliche Behandlung von zu früh geerntetem Honig (um Wasser zu entziehen) passieren und mindert die Qualität des Honigs deutlich.

Zahlreiche „sortenreine“ Honige (Akazien- und Lindenhonige) enthielten zu wenig sortentypische Pollen. Auch entsprachen sieben Honige nicht dem typischen Geschmack der Sorte.

Das Problem mit den Importen

Nur jeder vierte Honig, der in Deutschland verkauft wird, stammt auch aus Deutschland. Der Rest wird importiert, entweder aus europäischen Ländern oder mit stark steigender Tendenz aus China oder Süd- oder Mittelamerika, dem Mittelmeerraum und Osteuropa. Dort werden Honige jedoch anders produziert: In China z.B. wird Honig überwiegend zu früh geerntet und nachträglich in Vakuum-Trocknungsanlagen gebracht, wo ihnen das Wasser entzogen wird.

Problematisch stellt sich auch die Sortenreinheit dar: Da eine Kontrolle der Pollen- und Nektarherkunft nur schwer möglich ist, stellen sich sortenreine Honige wie z.B. der Akazien- oder Rapshonig als Mischhonige heraus. Hier müssen Sie für sich entscheiden, ob Sie einen Mischhonig bevorzugen oder doch eher einen „überwiegend“ von einer Sorte stammenden Honig möchten.

Auch Pflanzengifte und Glyphosat gefunden

Abschließend wurden im Honigtest auch in jedem dritten Honig kritische Stoffe gefunden. So z.B. das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Zwar hielten sich die Werte im geringen Bereich, dennoch war der Stoff feststellbar. Der deutsche Mischblütenhonig „Fürsten-Reform“ hingegen fiel mit hohen Glyphosat-Werten auf und erreichte etwa die Hälfte des erlaubten Grenzwertes.

Die Waldhonige von D´arbo, Bihophar und Edeka waren deutlich mit giftigen Substanzen belastet, die manche Wildpflanzen bilden: Pyrrolizidinalkaloide (PA). Dieses Alkaloid stellte sich im Tierversuch als krebserregend und erbgutschädigend heraus.
Dennoch werden die von Stiftung Warentest gemessenen Werte vom Bundesinstitut für Risikobewertung als „wenig bedenklich“ eingestuft.

In zehn Produkten wurden auch Spuren von gentechnisch verändertem Honig gefunden.

Das Testergebnis

Gut abgeschnitten hat z.B. der Honig von LIDL (Maribel Cremiger Blütenhonig streichzart) mit der Bewertung 2,0 und einer Honigmischung aus „EU- und Nicht-EU-Ländern“.

Der Beste Mischblütenhonig aus Deutschland stammt von der „Bienenwirtschaft Meißen“ (Echter Deutscher Honig – Blütenhonig DIB) mit der Wertung 2,9.

Der beste Waldhonig stammt von „Aldi Nord“ (Wald Honig) mit einer Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern und einer Testnote von 2,3.

Der beste Akazienhonig stammt von „Rewe Bio“ (Akazienhonig) mit einer Wertung von 2,4 und Honig aus EU-Ländern.

Generell lässt sich weder an Sorte, noch am Preis und auch nicht an der Herkunft ein guter Honig erkennen. Doch es zeigt sich, dass es deutlich schwieriger ist einen „echten Sortenreinen“ Honig herzustellen, als einen Mischblütenhonig.

Importierte Honige hingegen schnitten zum Teil aufgrund von „Temperaturproblemen“ deutlich schlechter ab. Eine gute Alternative ist ein Mischhonig aus ihrem Heimatort. Sie unterstützen damit nicht nur den lokalen Imker, sondern auch die heimische Natur und kommen ziemlich sicher nicht in den Genuss von gestrecktem, überhitztem Honig.

Wollen Sie auch in den Geschmack von leckerem Friedrichsthaler Honig kommen, sprechen gerne Winfried Becker an, der Ihnen verschiedene Sorten mit seinen 15 Imkerkollegen anbieten kann. Kontakt: 06897-842091

Bildquellen:

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