Der Schornsteinfeger als Glücksbringer

Lange zurück reicht der Glaube, dass Schlotfeger Glück bringen. Dazu muss gesagt werden, dass es zu der Zeit, als ausschließlich mit Holz geheizt wurde, die Schornsteine regelmäßig gesäubert werden mussten.

Denn waren sie zugesetzt, zog der Rauch nicht mehr ab. Dadurch war weder möglich, die Stube warm zu halten, noch das Essen zuzubereiten. Es mussten also die Schornsteinfeger regelmäßig vorbei schauen, damit für eine warme Mahlzeit und gemütliche Wärme im Haus gesorgt werden konnte.

Auch mussten die Schornsteine regelmäßig gekehrt werden, um Hausbrände zu vermeiden. Viele Häuser waren aus Holz gebaut und somit bei einem Brand extrem gefährdet. Man kann also sagen: Der Kaminkehrer brachte Glück ins Haus. Deshalb ist es bis heute üblich, ihn als Glücksboten anzusehen.

Überspringen kann das Glück, indem man entweder seine Knöpfe oder seine Jacke berührt, oder er einen Rußfleck auf die Nase macht.

Heute sind die Bedingungen ähnlich, da jedoch das Heizen mit Brennstoffen wie Holz oder Kohle deutlich rückläufig ist und auch überlicherweise nicht mehr auf “offenem Feuer gekocht” wird, die Gefahr für Hausbrände reduziert. Dennoch ist der Schornsteinfeger ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft, wie Sie in unserem Artikel über die Kaminbrandgefahr durch Glanzruß nachlesen können.

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Schon gewusst?

  • Schornsteinfeger werden auch Rauchfangkehrer, Kaminfeger, Kaminkehrer, Sottje oder Essenkehrer genannt
  • Ausgelöst durch Stadtbrände wurden bereits im späten Mittelalter erste Feuerordnungen erlassen
  • Neben der Reinigung des Schornsteins gehören heute auch zahlreiche Messungen (z.B. Kohlenmonoxid, Abgas, Rußzahl) zum Aufgabengebiet des Kaminkehrers
  • Ein Schornsteinfeger ist ein wichtiger Ansprechpartner für die Feuerwehr, z.B. bei Kaminbränden.
  • Moderne Kaminkehrer sind Energieberater, Fachkräfte für Rauchwarnmelder und beraten Sie objektiv zur Vermeidung von Bränden in den eigenen vier Wänden.
  • In Santa Maria Maggiore (Piemont, Italien) steht ein Kaminkehrerdenkmal zur Erinnerung an die Kinder, die früher in die Kamine zum säubern herabgelassen wurden.
  • Dort findet ein jährliches Kaminfegertreffen statt, in der Regel am ersten September-Wochenende.


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