Messerstecher von Kandel zu acht Jahren und sechs Monaten verurteilt

Das Urteil ist gefallen: Der mutmaßlich aus Afghanistan stammende (vermutlich) 20jährige, der seine 15jährige Exfreundin im pfälzischen Kandel erstochen hat, ist zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden.

Der Angeklagte Abdul D. wurde des Mordes und der Körperverletzung schuldig gesprochen, nachdem er am 27. Dezember 2017 in Kandel seine damals 15jährige Ex-Freundin in einer Drogerie erstochen hatte.

Als unbegleiteter, minderjähriger nach Deutschland

Abdul D. kam als unbegleiteter, minderjähriger Asylsuchender nach Deutschland gekommen. Sein Alter gab er mit 15 Jahren an. Nach der Tat kamen den Ermittlern Zweifel, worauf sie ein Gutachten über sein Alter anfertigen ließen. Nach diesem war der Täter bei der Tat mindestens 17 Jahre, wahrscheinlich aber bereits 20. Verurteilt wurde er nach Angaben der WELT nach Jugendstrafrecht. Das Gericht entschied sich also zu “im Zweifel für den Angeklagten”. Die Öffentlichkeit war von der Urteilsverkündung ausgeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft sowie die Nebenkläger hatten eine Haftstrafe von 10 Jahren gefordert, die Verteidigung plädierte auf sieben Jahre und sechs Monate wegen Totschlags.

Weitere Details zum Urteil

Abdul D. akzeptiert das Urteil. Der Anwalt des Verurteilten bestätigte dies in der Presse.

“Mein Mandat verzichtet auf Rechtsmittel und ist mit dem Strafmaß einverstanden”.

Weiterhin sagte der Verteidiger, dass nach Verbüßung eines Teils der Strafe eine Abschiebung in das Heimatland möglich wird. Er rechne damit.

Die Staatsanwaltschaft hingegen prüft, ob sie in Revision gehe. Hierfür hat die Staatsanwaltschaft eine Woche Zeit.

Hintergründe

Der vermutlich aus Afghanistan stammende junge Mann kam 2015 nach Deutschland und gab an, 14 Jahre zu sein. Er beantragte Asyl. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lehnte den Antrag ab, sprach dem für den -angeblich- Minderjährigen die Duldung aus. Bereits vor dem Mord an der jungen Mia wurde Abdul D. auffällig: Er verprügelte einen Monat vor der Tat aus Eifersucht einen Mitschüler von Mia. Der Schüler musste ins Krankenhaus. Die Mutter erstattete Anzeige – mehr wurde nicht unternommen. Elf Tage vor dem Mord an Mia zeigten ihre Eltern Abdul wegen Beleidigung, Bedrohung und Nötigung an. Zu der Vernehmung erschien Abdul D. nicht. Am 27. Dezember erziehlt er eine weitere Vorladung – nur kurze Zeit später erstach er seine Ex-Freundin Mia.

Quelle: Landgericht Landau

Quelle2: WELT Online

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