Auto warmlaufen lassen – es ist verboten!

Gerade im Winter ist es üblich, dass Autofahrer ihre Fahrzeuge „warmlaufen“ lassen. Doch ist dies überhaupt sinnvoll? Welche Auswirkungen hat es auf das Fahrzeug? Und welche auf die Umwelt? Und vor allem: ist es überhaupt erlaubt?

Wer kennt es nicht: Eine kristallklare Winternacht geht zu Ende, die Scheiben sind mit einer Eisschicht bedeckt und im Fahrzeuginneren beschlagen die Scheiben.

Das Procedere des geneigten Autofahrers ist häufig gleich: Erst einmal einsteigen, Motor anmachen, sämtliche Heizungen auf „Vollgas“ und dann geht es an das Scheibenkratzen.

Während der mühseligen Eisentfernung steht das Fahrzeug – womöglich noch ein Diesel, der gerade in dieser Phase exorbitant schlechte Abgaswerte produziert – im Leerlauf auf dem Parkplatz und verpestet die noch saubere Luft. Doch aus technischer Sicht schädigen sie in diesem ganz konkreten Moment nicht nur die Umwelt, sondern auch ihr Fahrzeug.

Denn im Stand braucht der Motor länger, um seine Betriebstemperatur zu erreichen, der Kraftstoffverbrauch ist deutlich höher als während der Fahrt und aufgrund eines im kalten Zustand zähen Motorenöls entsteht höhere Reibung an den Zylinderflächen.

Die Folge ist eindeutig: Zylinder- und Kolbenverschleiß – oder einfach ausgedrückt: Der Motor verschleißt schneller.

Das Ergebnis dieses für den Motor also schädlichen Verhaltens: Eine nur minimal angewärmte Innenraumluft, höherer „Sprit“-Verbrauch und womöglich sogar ein Bußgeldverfahren.

Motor warm laufen lassen kann zu Bußgeld führen

In Paragraph §30 Abs.1 der StVO (Umweltschutz, Sonn- und Feiertagsfahrverbot) ist klar geregelt, dass eine unnötige Lärm- und Abgasbelästigung durch Verkehrsteilnehmer zu vermeiden ist.

„Bei der Benutzung von Fahrzeugen sind unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen. Unnützes Hin- und Herfahren ist innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn andere dadurch belästigt werden.“

Paragraph §30 Abs.1 der StVO

Anders verhält es sich bei innen beschlagenen Scheiben. Denn hier gilt es für den Autofahrer, die Verkehrssicherheit maximal zu erhöhen: Dies bedeutet: Komplett freie Scheiben – innen und außen! Doch auch hierfür gibt es Alternativen: Trockentücher für den Innenraum oder Feuchtigkeitsabsorbierende Kissen.

Als Fazit kann man festhalten, dass der Spritverbrauch durch das Warmlaufen steigt, die Umwelt extrem belastet und das Risiko für Motorschäden ansteigt und es – letzten Endes auch verboten ist.

Alternativen und Tricks

Nicht jedem ist es möglich, eine Standheizung in sein Fahrzeug einzubauen. Doch es gibt Alternativen, die die typischen „Winterprobleme“ eindämmen: Eine Frostschutzfolie erspart Ihnen das Eisentfernen auf der Frontscheibe. Im Inneren helfen Trockentücher gegen beschlagene Scheiben.

Und einer der besten Tipps, um das Beschlagen der Scheiben zu vermeiden ist, möglichst die Feuchtigkeit aus dem Fahrzeuginneren herauszuhalten: Regelmäßiges Fußmatten trocknen oder Gummimatten einlegen, Schuhe vor dem Einsteigen abklopfen und nasse Jacken in den Kofferraum legen ersparen Ihnen viel Feuchtigkeit im Fahrzeuginneren.

Auch das Anschalten der Klimaautomatik (sofern vorhanden) trocknet die Luft im Inneren ab – verbraucht aber auch minimal Treibstoff.

Auch hilfreich sind, insbesondere bei Fahrzeugen, die immer im freien stehen, Feuchtigkeit absorbierende Kissen, die z.B. auf das Armaturenbrett gelegt werden können.

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