Gruppenfoto der Luftlandebrigade 1 “Saarland” bei den Feierlichkeiten zum 72. Jahrestag des D-Day (U.S. Army photo by Spc. Tracy McKithern/Released)

60 Jahre Saarlandbrigade – Luftlandebrigade 1

Am Wochenende fand die Feier anlässlich des 60jährigen Bestehen der „Luftlandebrigade 1“, früher „Luftlandebrigade 26“ oder einfach nur „Saarlandbrigade“ genannt, statt. Wir blicken auf 6 Jahrzehnte Bundeswehrgeschichte im Saarland zurück.

Die Historie der Saarlandbrigade

Gegründet wurde die Brigade im Jahr 1958 im baden-württembergischen Esslingen. Im Jahr 1961 wurde das Fallschirmjägerbataillon 261 als erster Verband der Bundeswehr in das Saarland an den Standort Lebach verlegt.

1969 wurde das Munitionsdepot in Lebach überfallen. Hierbei starben vier Soldaten. Heute erinnert eine Gedenktafel in der Graf-Haeseler-Kaserne an diese Tat. Gegen 03:00 Uhr in der Nacht zum 20. Januar 1969 drangen zwei bewaffnete Männer in das Munitonslager ein. Sie überraschten die SOdlaten im Schlaf, töteten drei der fünf diensthabenden Wachsoldaten und verletzten zwei schwer. Einer der verletzten erlag später seinen Schussverletzungen. Die Täter hatten vier der zwölf Bunker geöffnet, 1000 Schuss Gewehrmunition, 50 Schuss Pistolenmunition, zwei Pistolen und drei Schnellfeuerwaffen mitgenommen. Diese sollten bei späteren Erpressungen genutzt werden. Die Täter wurden gefasst und die beiden Haupttäter mit lebenslanger Haft, ein dritter Helfer zu sechs Jahren Haft, verurteilt.

1972 wurde dann der Stab nach Saarlouis verlegt, sodass die Brigade vollständig im Saarland stationiert war. Insgesamt umfasste die Truppe rund 3500 Mann.

Zwischen 1988 und 1998 wurden die Soldaten der Saarlandbrigade erstmal in Spannungsgebieten eingesetzt. Neben dem Einsatz im Iran als Flüchtlingshelfer für kurdische Flüchtlinge war die Saarlandbrigade von Mai bis Dezember 1993 mit 600 Soldaten in Somalia im Einsatz.

Doch auch im eigenen Land wurden die Soldaten eingesetzt: In der Vorweihnachtszeit 1993 kam es zu einem großen Hochwasser im Saarland. Die Fallschirmjäger unterstützten die zivilen Rettungskräfte bei den fordernden Arbeiten.

Im Jahr 1997 wurde die 3. Kompanie der Saarlandbrigade als Sicherungskompanie im kroatischen Trogir und später in der Nähe von Sarajevo eingesetzt.

In den Jahren 2002/2003 waren sie Teil der internationalen Schutztruppe (ISAF) in Kabul, 2006 nahmen sie an einem Auslandseinsatz im Kongo teil.

Im Zuge der Umsetzung des Plans „Heer2011“ wurde die Luftlandebrigade 26 zur Luftlandebrigade 1 umgegliedert.

Die Saarlandbrigade „Luftlandebrigade 1“ heute

Heute unterstehen der Brigade 1 das Fallschirmjägerregiment 31 in Seedorf, das Fallschirmjägerregiment 26 mit den Standorten im Saarland und in Rheinland-Pfalz sowie insgesamt fünf selbstständige Brigadeeinheiten. Die Luftlandebrigade 1 umfasst heute rund 4100 Soldatinnen und Soldaten und vereint alle Fallschirmjäger der Bundeswehr unter einer Führung.

Sie sind ein Element der nationalen Krisenvorsorge, Stellen Kräfte bei Stabilisierungsoperationen und sind Teil der NATO Response Force und European Battlegroups.

Bei den Feierlichkeiten zu ihrem 60jährigen Bestehen war auch Ministerpräsident Tobias Hans vor Ort. Er würdigte die Leistungen der Soldaten, hob die hohe Verantwortung, das große und sich immer verändernde Aufgabenspektrum sowie die ständig neuen Einsatzgebiete hervor.

Neben einem Feldgottesdienst standen zahlreiche Vorführungen auf dem Programm. Hierzu zählten Gefechts-, Nahkampf- und Hundevorführungen. Die Fallschirmjäger zeigten den Freifallsprung.

Das Heeres-Musik-Corps sowie die US-Air-Force-Band spielten Klassiker aus Rock und Pop.

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