4. Advent – Weihnachten und seine Bräuche

Alljährlich feiern wir Weihnachten. Ist es in den letzten Jahren immer mehr zu einem „Konsumwahnsinn“ verkommen, bei dem die „Wünsche“ (oder Forderungen?) der Kinder immer größer wurden, möchten wir heute einmal auf den Ursprung von „Weihnachten“ eingehen und die Frage – so gut es geht – beantworten, weshalb wir überhaupt Weihnachten feiern.

Weihnachtsmärkte, Adventskränze, Dekorationen an Fenstern, in Gärten und Geschäften. Dazu kommen die schönen Abende im Kreise der Lieben und natürlich das berühmte „Weihnachtsessen“, dass zum Teil eher einer Völlerei gleicht, als einem gediegenen Mahl.

Doch weshalb feiern wir dieses Weihnachten eigentlich so, wie wir es feiern? Wie die meisten von uns wissen, handelt es sich bei „Weihnachten“ um ein christliches Fest. Ursprünglich feierte man die Geburt von Jesus Christus. Die Kirche legte die Geburt Jesus Christus auf den 25. Dezember, da das genaue Datum nicht überliefert wurde. Man feiert also Weihnachten, da an diesem Tag Gott zu Mensch wurde.

Den religiösen Teil könnte man nun noch beliebig erweitern. Wir wollen jedoch eher auf die aktuellen Bräuche sowie die heutige Zeit eingehen.

So fragten wir uns, weshalb man eigentlich Tannenbäume schmückt. Immerhin werden für den deutschen Markt rund 30 Millionen Tannenbäume gefällt – pro Jahr! Ob es ökologisch sinnvoll ist, für lediglich zwei, maximal drei Wochen Nutzungszeit einen Baum zu fällen, sei einmal dahingestellt. Doch die „Weihnachtsbaum-Tradition“ geht bereits in das 14. Jahrhundert zurück. Die Römer schenkten zu besonderen Anlässen bereits Zweige und Kränze von Nadelbäumen, da der Baum als Zeichen des ewigen Lebens gilt.

Die Zweige von Nadelbäumen an Häusern anzubringen, sollte vor Unheil schützen. Die englische Königin Victoria lies 1840 den ersten Weihnachtsbaum schmücken. Als Christbaumschmuck wurde generell alles verwendet, was man hatte. Um 1650 schmückten z.B. die Schweizer ihren Baum mit Äpfeln und Käse. Wohlhabende Menschen schmückten ihre Bäume mit Puppen, Kleidern oder Silberschmuck.

Die ärmeren Menschen schmückten die Bäume mit selbstgebasteltem Weihnachtsschmuck.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde dann die Christbaumspitze entworfen und es entwickelte sich langsam der uns heute bekannte Schmuck.

Bräuche zu Weihnachten

An Heiligabend, also am 24. Dezember, findet die Bescherung statt. Klassischerweise werden nachmittags oder am frühen Abend die Kinder in die Stube hereingerufen und dürfen unterm Weihnachtsbaum Geschenke auspacken. Im Anschluss wird gemeinsam gegessen. Oft gehen Familien auch zusammen in die Mitternachtsmesse, auch Christmette genannt.

Natürlich gehört das Singen von Weihnachtsliedern auch zu den westlichen Bräuchen. Doch auch in anderen Ländern und Kulturen gibt es schöne, aber auch kuriose Weihnachtsbräuche.

So sagt man den Japanern nach, dass sie an den Weihnachtstagen besonders gerne zu „Kentucky Fried Chicken“ gehen und dort ein gebratenes Weihnachtshühnchen essen. Auslöser dieses skurrilen Phänomens soll eine Werbekampagne aus den 70er Jahren sein. Bis heute soll einer der Umsatzreichsten Tage im Jahr der Heiligabend sein.

Die Spanier hingegen spielen seit dem 19. Jahrhundert Lotto. Denn an Weihnachten wird die größte Geldsumme des Jahres ausgespielt. Man nennt sie „El Gordo“. Der eine oder andere Saarländer dürfte diese Lotterie bereits im Radio gehört haben.

In Venezuelas Hauptstadt Caracas ist es Brauch, nicht zu Fuß zur Christmette zu gehen, sondern mit Rollschuhen zur Kirche zu laufen. Es werden sogar Teile der Stadt gesperrt, damit es nicht zu ungewollten Unfällen kommt.

Auch die Schweden haben einen lustigen Brauch an Heiligabend: Am 24. Dezember um 15:00 Uhr folgt ein stundenlanges Kurzfilm-Special von Donald Duck. Danach folgen schwedische Filme, Komödien und Kinderfilmen.

Natürlich dürfen auch die Amerikaner nicht in unserer Liste fehlen: Dort wird eine Essiggurke irgendwo am Weihnachtsbaum versteckt und der Finder erhält ein weiteres Weihnachtsgeschenk.

Auch diese Liste könnte noch deutlich erweitert werden.

Das Fest der Liebe

Abschließend bleibt uns nur noch übrig, Ihnen einen schönen 4. Advent zu wünschen. Denken Sie immer daran: Weihnachten ist das Fest der Liebe. Springen Sie über ihren Schatten, bauen Sie Brücken, vergessen Sie Vorurteile: Pflegen Sie das menschliche Miteinander und verbringen Sie Zeit mit den Menschen, die ihnen wichtig sind.

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